Auch hier noch einmal. Die Idee für die die GEMA steht ist durchaus richtig. Gedankengut muss geschützt werden und deren Nutzung muss angemessen bezahlt werden.
Allerdings muss einem Veranstalter auch die Möglichkeit bleiben von seinen Veranstaltungen zu leben. Und das auch wenn es sich bei den Auftritten nicht um internationale Topacts handelt, sondern eben um die "andere" Musik.
Diese Erhöhung hat Nachteile für alle.
Nachteile für Veranstalter
es sollen bis zu 10% der Bruttoeinnahmen an die GEMA gezahlt werden, dh. deutlich schlechtere Einnahmen, Lifemusik wird unantraktiv
Nachteile für Bands/Interpreten
eine Förderung kleiner Bands wird durch den Mehraufwand geradezu finanziell gefährlich
weniger Gigs werden veranstaltet
noch weniger Gage wird gezahlt
(aber von den "100 EUR" die jetzt die GEMA mehr für euch bekommt könnt ihr ja "2,50 EUR" mehr Ausschüttung erwarten ;) )
Nachteile für Besucher
es wird weniger Veranstaltungen geben
es wird weniger Auswahl der Musikrichtungen in den Veranstaltungen geben
die Ticketpreise werden noch weiter steigen
Macht also bitte mit. Die Onlinepetition läuft noch bis zum 17.07.2009, und derzeit haben erst 9.950 (Stand 17.06.) mit gemacht.
Das Ausmaß des Erhöhungsverlangens lässt sich an folgenden Beispielen veranschaulichen:
Während zur Zeit die Autorenvergütung bei einem Rock-Konzert mit 1.200 Besuchern und einem Eintrittspreis von 23 Euro bei rund 600 Euro liegt, ist es Ziel der GEMA, die Vergütung sukzessive bis zum Jahr 2014 auf 2.580 Euro zu erhöhen.
Eine noch drastischere Erhöhung stellt sich die GEMA bei Konzerten mit über 3.000 Besuchern vor: Während bisher bei einem Konzert mit 5.000 Besuchern und einem Durchschnittspreis von 45 Euro 3.369,60 Euro an die GEMA gezahlt werden mussten, sollen es zukünftig 18.000 Euro sein.
Dabei will es die GEMA nicht belassen und zusätzlich die Vergütungsgrundlage für die Tarifberechnung erheblich erweitern. So soll der zukünftige GEMA-Vergütungssatz von 10 Prozent des Bruttoumsatzes nicht nur auf den Kartenumsatz sondern auch auf sämtliche Werbe- und Sponsoringseinnahmen des Veranstalters entrichtet werden. ?Solche Forderungen offenbaren ein erhebliches Maß an Unkenntnis der Zusammenhänge des Veranstaltungsgeschäfts?, kommentiert Michow, ?Werbe- und Sponsoringeinnahmen sind heutzutage unverzichtbare Sondereinnahmen im Veranstaltungsgeschäft, um den Kostendruck zu mindern und den Eintrittspreis weitgehend moderat zu halten.?